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Frühlingsgefühle! (2004)
Sie balancierte auf dem weißen Streifen, der den Fahrradweg abtrennte. Es war still, nur wenige Autos fuhren noch auf der Straße und noch weniger Fußgänger oder Radfahrer traf sie auf ihrem Weg. Sie liebte es in der Dunkelheit durch die Stadt spazieren zu gehen, manchmal spürte sie sogar einen Drang los zu laufen, mit ausgestreckten Armen in den Himmel guckend. Es dufteten die Bäume, es war ein feuchter, süßlicher Duft den sie sehr mochte. Sie schloss die Augen und atmete tief ein. Sie wusste nicht wie diese Bäume hießen, aber den Geruch kannte sie inzwischen gut. Sie lachte, als sie sich dabei ertappte wie sie versuchte die Fugen der Pflastersteine zu vermeiden, wie in diesem Film: Besser geht´s nicht. Sie tat es manchmal, fast unbewusst, während sie über weltbewegende Sachen nachdachte. Es war warm, der Frühling hatte in diesem Jahr spät angefangen, aber dafür um so intensiver und wärmer. Die Trambahn würde in drei Minuten vorbeikommen, aber sie hatte Lust weiter zu laufen, trotz der Müdigkeit. Sie lief an der Haltestelle vorbei und dabei
stellte sie sich vor wie sie die blonde junge Frau ansprach: "Begleite mich ein Stück, ist es nicht schön heute Nacht?". Sie lächelte die Frau an, traute sich aber nicht mehr. Manchmal hatte sie Lust die Frauen auf der Straße zu provozieren, sie anzulächeln, ja fast anzugrinsen und ihnen tief in die Augen zu schauen. Aber die Leute schauten ihr nicht in die Augen, nicht auf der Straße. Ein Freund hatte ihr mal gesagt, dass sie wenn sie ihn anschauen würde und in die Augen guckte, ihm das Gefühl geben würde, sie könnte in ihn hinein sehen. Am Anfang hatte es ihn nervös gemacht. Andere hatten dieses Gefühl bestätigt. Vielleicht konnte sie es ja, vielleicht konnte sie in die Menschen hineinsehen. Sie konnte die Leute sehr gut einschätzen und irrte sich sehr selten. Der Löwenzahn sprießte über all hervor, sie mochte das warme gelb und die Form dieser Pflanze, es machte ihr Spaß, kräftig in die Pusteblumen zu blasen und den Samen zuzusehen, wie sie in der Luft dahin glitten, langsam und elegant, wie in einem langsamen Tanz.
Macht (2004)
Die Macht Dich zum lachen zu bringen
Die Macht Dich erröten zu lassen
Die Macht Dich zum Beben zu bringen
Die Macht Dich zittern zu lassen
Macht in Dir hunderttausend Gefühle zu erwecken
Mit meinem Blick zum vibrieren zu bringen
Dich zu führen
Die Macht Dich zu erheben
Dich schweben zu lassen
Die Macht Dein Vertrauen zu gewinnen
Dich steigen lassen
und die Macht Dich aufzufangen
wenn Du Dich fallen läßt
Die Mach wünsche ich mir...
...zurück.
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